Freitag, 18. Januar 2013

Sticken beim Fernsehen...


Eigentlich halte ich Fernsehen für überflüssig wie einen Kropf, aber vorgestern habe ich mich durch die Mediatheken deutscher Fernsehsender gewühlt und mir reingezogen was ging. Zum Beispiel: "Was macht sexy?" Oder so ähnlich...
Vor meinen staunenden Augen wurden teuere aufwendige Studien durchgeführt, die summa summarum ergaben, dass Männer wegen der Evolution auf junge Frauen stehen.

Liebes Fernsehen! Vielen Dank für die Nachrichten aus dem Mittelalter!

Ich habe gegoogelt, was "sexy" ist...


So ungefähr sah das aus. Jetzt bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob die Vorliebe für junge Frauen tatsächlich von der Evolution herrührt, sondern eventuell vom mangelnden Selbstwertgefühl einzelner Männer und deren Wunsch, auch mal dominant zu sein.

Meine Frageliste, die diese Doku nicht beantworten konnte:
  1. Wünschen sich Männer, die eigentlich gar keine Lust auf Kinder haben, wirklich Frauen, die sich am besten zum Kinderkriegen eignen. Wenn ja, wie schaffen sie es, komplett ihren Verstand auszuknipsen?
  2. Wieso eigentlich eignen sich Frauen, die devot im Bikini auf dem Boden herumkriechen besonders gut zum Kinderkriegen?
  3. Und wieso kriechen junge erwachsene Frauen in devoten Stellungen im Bikini auf dem Boden herum?

Frage 2 und 3 ist gemein - ich weiß! Zum Glück müssen nicht so viele junge Frauen auf dem Boden herumkriechen und sie tun es vermutlich auch nur, weil es die einzige Möglichkeit ist, ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen - wenn nicht, würde es mir ein bisschen peinlich erscheinen.

Dann habe ich mir eine Doku über Internet-Partnerbörsen angeguckt. Au weia! Ich höre gelegentlich "ich sehe mich jetzt mal auf dem Markt um" wenn jemand das Alleinsein überhat. In dem Zusammenhang kriege ich Gänsehaut, wenn ich "Markt" höre.
Jedenfalls gibt es anscheinend einen Überschuss an gut gebildeten reiferen Frauen, die auf der Suche sind, während die Männer (je älter, desto größer soll der Altersunterschied sein...) wieder dieser schrecklichen Evolution aufsitzen. Ja ja und hinterher wieder das Gejammer, dass sie ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans. Hat eigentlich irgendjemand schon mal einen alten armen Mann mit einer dreißig Jahre jüngeren Schönheit gesehen? Und wenn ja, wie lang hat das gehalten?

Vor über einem Jahr, fällt mir da gerade ein, habe ich angefangen, so eine Art "Klimakterium-Hemdchen" mit Zitaten zu besticken. 


Zum Beispiel von Marlene Dietrich:

Die Männern beteuern immer, sie lieben die innere Schönheit der Frauen.
Komischerweise gucken sie aber immer woanders hin.

Dann zwei Zitate von Jeanne Moreau:

Frauen fürchten sich nicht vor dem Altern.
Sie fürchten nur die Meinung der Männer über alte Frauen.

*
Für den Mann ist jede Frau ein Rätsel
dessen Lösung er bei der nächsten sucht.

Und, nachdem mal wieder ein Hohlkopf bei Facebook ein Foto eines ein Meter dicken Buchs mit dem Titel "Frauen verstehen" gepostet hat:

Wenn Frauen unergründlich erscheinen,
dann liegt es am fehlenden Tiefgang der Männer.
Katharine Hepburn


Weil das Frauen-Männer-Thema im Fernsehen angefangen hat mich anzuöden, suchte ich mir anschließend eine spannende Doku über das Universum aus. Ein Satz am Ende ließ mich aufhorchen. "Es ist wahrscheinlich, dass es in anderen Sonnensystemen bzw. Galaxien auch noch intelligentes Leben gibt." Nach der Sex- und Partnerbörsen-Doku fragte ich mich ganz kurz: was heißt hier eigentlich "auch"??? 
Fast den Rest habe ich mir mit einer weiteren Doku gegeben, in der so am Rande erwähnt wurde, dass die Menschheit drauf und dran ist, sich aus Gier den eigenen Lebensraum zu zerstören. Vor lauter Frust war ich mittlerweile total anti drauf, dachte aber dann, dass immerhin Astrophysikerinnen und Astrophysiker ein Beweis für menschliche Intelligenz sind! Nebenbei würde mich mal interessieren, ob erstens, ältere Astrophysiker auch auf junge Frauen fixiert sind und zweitens, die Ausserirdischen auch leicht der Evolution hinterherhinken.

Sehr tröstlich ist außerdem, dass es auch schon vor 1,5 Milliarden Jahren Lebewesen gab, die sich ihren eigenen Lebensraum mit Selbstproduziertem so zugemüllt haben, dass jetzt über ihr Massensterben diskutiert wird. Die Lebewesen waren Cyanobakterien und der Müll war Sauerstoff. Die Frage ist, ob sie das aus Gier gemacht haben...

Dann gibt - nein, gab - es noch den Megaloceros oder Riesenhirsch. Sein Geweih enthielt acht Kilogramm Kalzium und vier Kilogramm Phosphat, was weiter kein Problem war, denn es gab genug nahrhaftes Futter. Jetzt war der Hirsch aber männlich und da Männer anscheinend nun mal der Evolution hinterher zu hinken scheinen, wurde das Geweih einfach nicht schnell genug kleiner, als das nahrhafte Futter aufgefressen war und nicht schnell genug nachwachsen konnte oder wie auch immer - jedenfalls hat sich der Hirsch wegen des albernen Geweihs selber ausradiert. Das ist der eindeutige Beweis, dass weibliche Säugetiere nicht der Evolution hinterherhinken: sie schaffen sich in weiser Voraussicht erst gar kein Geweih an! Ausnahmen sind die Ren-Damen, weil sich das beim Weihnachtsmann-Schlitten-ziehen "mit Geweih" besser macht. Und nein, die Ren-Herren haben keine Zeit den Schlitten zu ziehen, weil sie sich ja aus bekannten Gründen gegenseitig die Schädel einschlagen müssen.

Wir gehen nicht als die einzigen Deppen in die Geschichte der Erde ein - vielleicht aber als die einzigen, die verschwunden sind, weil einige wenige Exemplare den Kanal wieder nicht voll genug kriegen konnten.
(Im Übrigen will ich an dieser Stelle betonen, dass ich nicht generell etwas gegen Männer habe!)

Aber eigentlich wollte ich doch nur den Beutel des vorgestrigen Tages herzeigen und sagen, dass Fernsehen einen mächtig runterziehen kann.



Ein schönes Wochenende!!!

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