Mittwoch, 23. Januar 2013

Weiss wie Schnee...



Es ist so fürchterlich kalt draußen. Eine der wenigen Sitten, die ich mir gern in den USA abgeguckt habe, ist, mit einer Tasse voll dampfenden Tees und dem Hund draußen dem Tag entgegen zu stürmen. Heute war der Tee schon nach ein paar Metern lauwarm und - am Dorfweg angekommen - kalt. Nach weiteren zweihundert Metern bildete sich das erste Eis am Tassenrand.

Aktuelle Temperatur:  - 10° C. Tendenz: fallend. Letzte Nacht habe ich übrigens bei geöffenetem Fenster geschlafen, weil die Meteorologen steigende Temperaturen angesagt hatten. Holzhäuser lassen sich zum Glück viel schneller aufheizen als Steinhäuser. Das Problem ist eher, dass man aufpassen muss, morgens auf dem Weg zum Holzofen nicht am Boden festzufrieren - baha!

Im Wald bin ich leider gezwungen, immer sehr laut zu singen, um die Wildschweine in die Flucht zu schlagen. Es funktioniert prima, vor allem, wenn man eine Gesangsstimme wie meine sein Eigen nennen kann. Heute war es mühselig wegen der kalten Luft. Außerdem fiel mit außer "Cripple Creek Ferry", (Neil Young rules!) was ja ein verdammt kurzes Lied ist, nichts ein, und der Text der einzigen Strophe muss auf dem Weg vom Gehirn zu den Stimmbändern schockgefroren sein. Arme Wildschweine! Der Refrain hat auch irgendwie nicht so recht zur schwedischen Winterlandschaft gepasst:
"Hey, hey Cripple Creek Ferry, butting through the overhanging trees.
Make way for the Cripple Creek ferry, the waters going down it's a mighty tight - squeeze."





Passend zur klirrenden Kälte kramte ich meine Flohmarkt-Errungenschaft hervor, um es an diesem Tag mit der Weißstickerei zu versuchen.


Aber ich fürchte, es ist nicht mein Ding. Erstens hätte ich lieber auf blauem oder rotem Stoff Weißstickerei versucht und zweitens sind immer wieder die Löcher schon ausgeleiert bevor sie überhaupt fertig umstickt sind.

Wie kommt's? Meine Schwester hat mir ein schönes Heft über Weißstickerei geschickt:  "Weißstickerei, 1977 by Verlag für die Frau, DDR Leipzig".

Darin steht: "Während früher die Musterformen bei der Arbeit entworfen wurden und so die kostbaren Einzelstücke entstanden, werden heute die Muster auf den Stoff gepaust. Man zeichnet dafür zunächst Motiv oder Kante auf Transparentpapier und legt diese Zeichnung über den gewählten Stoff. Zwischen Stoff und Zeichnung schiebt man Kohlepapier, natürlich mit der Farbseite zum Stoff. Mit einem harten Bleistift zieht man dann nochmals die Linien der Zeichnung nach, wodurch das Muster auf den Stoff übertragen wird. Bevor man mit der Stickerei beginnt, spannt man den Stoff in einen Rahmen. (...)


Bevor man mit der Stickerei beginnt, ist darauf zu achten, dass der Stoff nach allen Seiten die gleiche Spannung hat.


Die Weißstickerei ist eine sehr edle Handarbeitstechnik. Für eine gute Arbeit ist großes handwerkliches Können erforderlich."


Ja, das stimmt wohl - großes handwerkliches Können ist erforderlich und ich muss noch ganz viel üben, bis es irgendwann einmal aussieht, wie sich's gehört.

Zur Erinnerung an das wirklich Wichtige im Leben eines Menschen habe ich danach versucht, "die Stille hinter der Stille" auf Stoff umzusetzen, was natürlich nicht funktioniert hat. Es soll, wie gesagt, nur eine Erinnerung daran sein, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.


Die Stille hinter der Stille - Erinnerung

Danach war wieder Beutel-Time. Ich glaube, wenn ich mit dem blöden posttraumatischen Stress- Syndrom durch bin, kann ich mich mit all den Beuteln auf einen Markt stellen. Wie schon erwähnt, halte ich Beutel für sehr praktisch, aber es ist eindeutig was aus dem Lot, wenn man schon einen Beutel für die Beutel braucht.


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Stay warm!

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