Freitag, 22. Februar 2013

Mein Wintertag in Småland

Die letzten Winter waren ziemlich hart. Oktoberschnee blieb einfach liegen, anstatt wieder zu schmelzen, und im April musste man sich an manchen Tagen auf dem Weg zum Holzschuppen immer noch mit dem Schnee auseinandersetzen, der einem frech den Weg versperrte.



Vielleicht kann sich kaum noch jemand daran erinnern, wie es war, ohne Dusche oder warmes Wasser aus der Leitung zu leben, aber es geht ganz gut. Der im Winter holzbetriebene Herd kocht tagsüber unablässig Wasser, es kommt dann halt aus einem Topf. Morgens wird also als erstes der Küchenherd angeschmissen, Tee gekocht, das Katzenbad benutzt und nach der Fütterung der vielen Vögel, die einen jeden Morgen wecken, indem sie mit den Schnäbeln ans Fenster klopfen, raus in die Kälte - für mindestens eine gute Stunde.





Auf dem Rückweg wird aus dem Holzschuppen eine Tagesration Brennholz geholt, um alle anderen Öfen einzuheizen. Es dauert nur eine Viertelstunde bis es gemütlich warm wird. Danach wird gestrickt oder gestickt, was das Zeug hält oder - um dem Hüttenkoller vorzubeugen - ein Ausflug veranstaltet. Meine Favoriten sind die Kunsthalle in Virserum und das Kunstmuseum in Kalmar

Im Winter kann man hier jedenfalls ein ganz prima "entschleunigtes" Leben führen, auch wenn es ziemlich stressig sein kann durch den verschneiten Wald zu waten und das Gefühl zu haben, es beim besten Willen nicht mehr nach Hause zu schaffen, weil einen langsam die Kräfte schwinden. Schlimmstenfalls liegen links und rechts noch ein paar tote Rehe, die es tatsächlich nicht geschafft haben...

Jetzt widme ich mich wieder meiner "slow work", während über dem gezackten Waldrand die Sonne in Eidottergelb und Türkis untergeht. Davor die kinderarmdicken Eiszapfen, die sehr pittoresk von der Dachrinne hängen. Toll!

Von mir aus kann der Frühling trotzdem bald kommen - haha!



Ein schönes Wochenende!


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