Freitag, 15. März 2013

It's Friday...




















... und Tauwetter, auch wenn nachts noch die Kälte klirrt. Heute früh gluckerte das Tauwasser in den Regenrinnen - Musik in meinen Ohren - und die morgendliche Rutschpromenade fand wie immer ohne Knochenbrüche statt. Nach dem Holz-ins-Haus-schleppen zum Termin mit der Psychologin, um aus dem posttraumatischen Stress-Syndrom das Beste zu machen.
Eigentlich schreibe ich nicht gern darüber, weil es zu privat für mein Blog ist, aber andererseits hilft es mir selbst, von Leuten zu hören (oder zu lesen) die bei einem Unfall einen geliebten Menschen verloren haben und auch mit PTS geschlagen sind. In den letzten fünf Monaten bin ich von einer "Phase" in die nächste gerauscht, war oft wütend und ziemlich verzweifelt, zeitweise total durch den Wind und irgendwie eingeengt in meiner Sichtweise. Rückblickend kommt es mir vor, als hätte ich wochenlang in einem schützenden "Nebel" zugebracht, dann kam eine Phase der Wut und Ohnmacht. Die Zeit des tapferen Kämpfens und der Erschöpfung, begleitet von Panikattacken und des Luftausgehens.
Anfangs der Woche fiel ich wie immer sehr spät ins Bett, super müde, und während mir die Augen zufielen, überwältigte mich ein ganz schlimmes Gefühl - nein, es walzte mich platt! Obwohl ich ein bisschen von Marks Asche um den Hals trage, ist mir plötzlich klargeworden, dass er tot ist und ich ihn nie wieder sehen werde - niemals. Natürlich wusste ich es die ganze Zeit, aber begriffen habe ich es erst jetzt so richtig. Die Psychologin sagt, das Begreifen kommt bei einem traumatischen Verlust oft mit größerer Verzögerung - wegen des Schocks. Ich glaube/hoffe, jetzt endlich anfangen zu können, richtig zu trauern. Das ist eine Seiltanz-Zeit und ich bin zuversichtlich, wann auch immer heil am anderen - sicheren - Ende anzukommen, und will versuchen, so gut es geht, die Chance zu ergreifen und zu lernen, im Jetzt zu leben, was mir schon immer eher schwergefallen ist.

Am meisten freue ich mich, dass die größte Unterstützung von Menschen kommt, von denen ich sie gar nicht erwartet hätte - eine schöne Erfahrung! Obwohl man dazu neigt, sich abzukapseln, um das Erlebte zu verarbeiten, freut man sich riesig, wenn einem jemand aufmunternde Worte schenkt und/oder Anteilnahme zeigt. Ohne Mitgefühl und Hilfe wäre man ganz einfach komplett aufgeschmissen. Mir fällt es ausgerechnet jetzt schwer, Worte für meine Dankbarkeit für diese "Rettungen" zu finden und ich glaube, denen, die mir in dieser Zeit Freude oder ein Lachen entlocken, ist gar nicht so klar, welche Großtat sie vollbringen. Wie auch immer, ich bin froh, dass es immer wieder jemanden gibt, der nicht die Geduld mit mir verliert.
Natürlich gibt es auch die Kehrseite... Leute, die nicht daran denken, dass ich in diesem PTS-Ding stecke und die mich mit ihren Erwartungen komplett überrollen und mich damit enormem - weiteren -Stress aussetzen, den ich überhaupt nicht brauchen kann. Ist nicht immer leicht, dann Halt! Stopp! zu rufen, aber es geht eben nicht anders.



Ok, aber das war nicht mein ganzer Freitag... Heute war nämlich auch "Ausflug nach Mönsterås" zu Lillan.Skata - klasse Laden mit viel Wolle und weiteren Schätzen in der Storgatan 25.




















Unter anderem gibt es dort Reflexgarn! Das strickt oder häkelt man als Begleitfaden in Schal oder Mütze ein und es schützt einem prima davor in dunklen Winternächten von einem herbeieilenden Auto überfahren zu werden. Tolle Erfindung!


                                                                                               



Der Freitag ist in einer halbe Stunde vorbei und ich freue mich aufs Wochenende mit viel Sonne, frischer Luft und Nadel und Faden!

Und nicht vergessen: 




 Alles Liebe aus Gillberga! XOX 

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