Montag, 4. März 2013

Montagstratsch...

Sie Sonne scheint, der Sturm hat sich gelegt, der Ofen bullert vor sich hin, mein blöder posttraumatischer Stress dümpelt vor sich hin und bevor ich mich heute meinem Strickzeug widme, wollte ich noch schnell die "Kerstin Ekman-Decke" präsentieren. Sie ist noch nicht fertig, aber immerhin schon mal zusammengenäht.

Skord von Skulleskogens Leben in Bildern

Die Fertigstellung muss noch eine Weile warten, weil mein Handgelenk wieder zickt. Es ist gar nicht so leicht, die Nadel Tausende von Malen durch mehrere Lagen Stoff zu ziehen.

Letzte Woche habe ich im Wald einen kleinen Kieferzapfen fotografiert und nach Hause mitgenommen. Wenn sich das Handgelenk wieder beruhigt hat, würde ich ihn gern für mein Dorfstraßen-Projekt sticken. Zu Hause ist er natürlich aufgegangen und ich finde, in beiden Zuständen sieht er sehr schön aus:




Weil jetzt erheblich weniger Schnee liegt, habe ich mich dieser Tage aufgemacht, um meine Flaggen mal wieder zu besuchen. Ich fürchte, einen Teil davon haben die Kühe im Sommer und Herbst einfach aufgefuttert. Der Rest löst sich Faden für Faden in Luft auf. Es geht schneller, als ich dachte.






























Letzte Woche war wieder "Ausflug nach Kalmar", wo ich mich unbedingt davon überzeugen musste, ob es das supermassereiche Schwarze Loch (Ullcentrum) noch gibt - hahaha! Es ist noch da und wie das bei Schwarzen Löchern so ist, hat es an Masse gewonnen und die Auswahl ist jetzt noch größer. Trotzdem habe ich wieder dasselbe gekauft wie beim letzten Mal: die Tibetische Yakwolle, aus der ich mir einen Kragenschal gestrickt hatte, diesmal nur viel mehr, um einen Pullover zu stricken.

Außer Wolle hat Kalmar natürlich noch mehr zu bieten. Beispielsweise den Dom:

Dom zu Kalkar
Dom zu Kalmar





























Der Dom wurde zwischen 1660 und 1699 erbaut und der Architekt war Nicodemus Tessin der Ältere, der in Stralsund geboren wurde. Er kam schon als junger Mann nach Schweden - ein Glück, sonst hätte er den Dreißigjährigen Krieg in den deutschen Ländern absitzen müssen und das war sicherlich alles andere als ein Vergnügen.

Gabriel Keramik


Auf der Rückfahrt ein Besuch bei Gabriel Keramik in Timmernabben, das einen wirklich sehr hübschen Fabrikshop hat, in dem man unter anderem auch einige der berühmten Kachelöfen bewundern und/oder kaufen kann. Ausserdem gibt es eine große Auswahl an schönem Keramikgeschirr, das sich in Schweden großer Beliebtheit erfreut. Es gibt eine Serie von blauem Geschirr mit kleinen Segelschiffen und Fischen, das mir besonders gut gefällt. Ein Ausflug dorthin ist jedenfalls sehr empfehlenswert - noch so ein Schwarzes Loch in Småland...

 Timmernabben ist ein kleiner Ort in der Kommune Mönsterås, der am Kalmarsund liegt. "Timmer", das sind Baumstämme und "nabbe" ist ein Synonym für "udde" - Halbinsel. Der Ort erhielt den Namen 1764, weil von dort aus Baumstämme auf Schiffe verladen wurden. Timmernabben ist aber schon seit der Bronzezeit besiedelt. Es gibt in der Nähe auch noch Reste von Steinbauten aus der Wikingerzeit und in der Nähe eine Klosterruine aus der Gustav Vasa-Zeit.

Trotz der allgemeinen Frühlingsstimmung war die Ostsee beziehungsweise der Kalmarsund in Timmernabben letzte Woche noch zugefroren.
































Der Frühling ist übrigens in Schweden so eine Sache: er zieht sich in die Länge, erweckt Hoffnungen, die zigmal enttäuscht werden und grüne Knospen sucht man selbst mit der Lupe vergebens. Deswegen ist er alles andere als meine Lieblingsjahreszeit. Jedes Jahr kann man beobachten, wie junge Mädchen in den ersten wärmenden Sonnenstrahlen ihre tank tops tragen, während in den Gräben links und recht der Straßen noch schmutziger Schnee sein Dasein fristet. Und im Mai laufen dann alle mit einer roten Nase und dickem Wintermantel durch die Gegend und husten was das Zeug hält. Es ist neben dem Winter die Jahreszeit, die sich am heftigsten in die Länge zieht. In Schweden gibt es den Frühling, den Frühsommer, den Hochsommer, den Spätsommer, den Herbst und den Winter. Der Frühling beginnt allenfalls im März und zieht sich mehr oder weniger bis tief in den Mai hinein. Dann beginnt der kurze Frühsommer, dem sich alsbald der Hochsommer samt Mittsommerfest anschließt. Das ist die Zeit, in der die Schweden so richtig auftauen und zur Hochform auflaufen. Kaum sind die Blätter an den Mittsommerbäumen vertrocknet, kommt auch schon der allzu kurze Spätsommer. Im ungünstigen Fall dauert der ganze Sommer von Ende Mai bis zur zweiten Augustwoche. Ende August ist er jedenfalls im Wesentlichen wieder gelaufen, denn es fängt an zu regnen, was unweigerlich den Herbst einläutet, der sich ziemlich hinzieht, was aber ziemlich toll ist, denn jetzt sprießen Tausende von Pilzen aus dem Boden. Im Wald riecht es nach Moos und Laub, die Flechten hängen von den Bäumen oder breiten sich auf den Felsen aus und die Blätter verfärben sich in den schönsten Rot- und Gelbtönen. Jeden Tag gibt es Tagliatelle mit Pfifferlingen und Salat - ja, wirklich! - und zum Nachtisch Heidelbeeren mit Sahne oder Heidelbeerpfannkuchen oder Heidelbeerkuchen oder einfach nur Heidelbeeren direkt vom Strauch. Und nicht zu vergessen die Preiselbeeren, die rot und reif an den Sträuchern hängen. Sie sind noch gar nicht alle gepflückt, da deckt der erste Oktoberschnee sie ungegessen zu. Wenn man Glück hat, verschwindet der Schnee wieder, wenn nicht, dann hat der Winter früh angefangen...

Jedenfalls soll es diese Woche wieder kälter werden und schneien. Ich falle auf das zeitige Vogelgezwitscher sowieso nicht mehr herein! Apropos Vögel - die haben jetzt ein Häuschen am Haus mit yarn bombing!













   
Eine tolle Woche und alles Gute!
XOX

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