Samstag, 10. Mai 2014

Noch ein Islandpullover und über Frauen als Sexualobjekte

Endlich regnet es mal wie aus Kübeln.
Aus irgendeinem Grund konnte ich mich eine ganze Weile nicht mehr einloggen...

























Der selbstgesponnene Islandpullover ist endlich fertig:


Islandwolle lässt sich sehr leicht verspinnen und mittlerweile mag ich sie immer lieber. Sie hat den Hang, ein bisschen kratzig zu sein, auf der anderen Seite ist sie leicht und samtig. Obwohl ich also das Stricken langsam satt hatte, habe ich mir in Island noch mehr Wolle bestellt und noch einen traditionellen Islandpullover gestrickt. Ein mehr als sehr nervöses Ding! Das Muster an den Handgelenken ist voller Fehler und ganz unterschiedlich und die Farben lösen ein Gefühl großen Unbehagens bei mir aus (Schwarzbraun, Elfenbein und Pflaume - und ich denke nur an Karfreitag oder Dantes Inferno. Grauenhaft!). Noch nie hat ein einzelner Pullover mich dermaßen runtergezogen!

Um mich aufzuheitern, wollte ich wenigstens etwas Lustiges lesen. Es ist unglaublich schwer, zwischen all den Massenmörderhorrorgeschichten und der Hausfrauenpornografie ein Buch zu finden. Schon beim Lesen der Titel weiß ich immer nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Nach stundenlangem Suchen fand ich endlich ein Buch von Carl Hiaasen. Er schreibt immer spannend und lustig. Also ich will nicht behaupten, dass es keine guten Bücher gibt. Es gibt sehr viele, aber ich wünschte, es wären noch mehr. Neulich habe ich eines von Ferdinand von Schirach gelesen, das ich sehr sehr sehr gut fand.

Bei mir scheint ein bisschen die Luft raus zu sein und ich denke darüber nach, was als nächstes kommen soll.  In der Bibliothek wurden letzte Woche Bücher verkauft, die aussortiert wurden. Unter anderem ein Buch über Wolle färben mit Pilzen. Das habe ich gekauft, weil ich dachte, es wäre nett, Stoffe mit Pilzen zu färben. Jetzt bin ich ein paar Mal quer durch den Wald gestiefelt, um all diese Pilze zu finden. Schwierig im Mai... aber toll, weil man immer wieder schöne Plätze im Wald findet.

























Und noch ein paar Worte zum leidigen Thema "Frauen als Sexualobjekte":

Gestern stand in der lokalen Online-Zeitung, dass in der Nachbarstadt beim Schiedsmann für Reklame ein Werbeplakat für Jeans gemeldet wurde, auf dem eine nur mit einer Jeans und das Gesicht verdeckenden Skimütze bekleidete Frau zu sehen war. In Schweden kann man das, wenn eine Frau in der Werbung als Sexualobjekt dargestellt wird. Das heißt also, wenn die nackten Brüsten mit der Funktion des beworbenen Artikels nichts zu tun haben und auch nichts mit dem Aussehen des Artikels zu tun haben. In diesem Fall, erklärte die Antragstellerin, würde das Verdecken des Gesichts, die abgebildete Frau erst recht zum Sexualobjekt machen. Ja, finde ich auch. Obwohl die meisten Artikel in dieser Online-Zeitung sehr wenig von Leserinnen und Lesern kommentiert werden, wurde zu diesem Artikel ziemlich viel kommentiert. Hier kann man sich das Plakat ansehen. Kommentare: "Ich möchte gegen den unpassenden Text über den Brüsten protestieren, denn er verdeckt das Objekt." "Bei Männerbrüsten sagt ja auch keiner was..." und so weiter und so fort mit dem dumpfbackigen Zeug. Einer schrieb, die Frau, die das Plakat angemeldet habe, sei eine "prüde Moraltante, die sicherlich in ihrem ganzen Leben nie ein Sexualobjekt gewesen sei" und "sie bräuchte dringend einen Psychologen" und "man lebe schließlich im Jahr 2013" (!) Er hat noch nicht mal geschnallt, dass wir schon 2014 haben. Hat er überhaupt was geschnallt? Er behauptet des weiteren, Frauen wären sehr gern Sexualobjekte. Vielleicht hat er recht und einige Frauen sind gern nur Sexualobjekte - ich weiß es nicht, glaube es aber nicht. Falls es solche Frauen geben sollte, stünde es ihnen ja frei, nur mit einer Jeans und einer Mütze im Gesicht herumzulaufen. Oder nicht? Wie auch immer: ich finde es klasse, dass es in Schweden überhaupt einen Schieds"mann" (das kann natürlich auch eine Frau sein) für Reklame gibt! Erschreckend finde ich, dass der Frau, die das Plakat gemeldet hat und die damit zum Ausdruck bringen möchte, dass Frauen mehr sind, als nur Sexualobjekte, so viel Hass entgegenschlägt. Na ja, und auf eine Jeans, von der selbst der Hersteller denkt, dass sie sich nur mit Hilfe nackter Frauenbrüste verkaufen lässt, würde ich auf jeden Fall verzichten.


Ein schönes Wochenende!

Ab und zu scheint sich auch mal ein Baum zum Ausruhen hinzusetzen:

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